Die Baukosten für die Gaspipeline Nabucco-West werden deutlich unter den bisher veranschlagten rund acht Milliarden US-Dollar liegen. Das teilte das Konsortium Nabucco Gas Pipeline International GmbH auf Anfrage von Dow Jones Energy Daily mit. Da sich die ursprünglich geplante Route von der Osttürkei über Bulgarien, Rumänien, Ungarn nach Österreich mit dem kürzeren Pipeline-Verlauf mehr als halbiert habe, dürften auch die Kosten entsprechend unter vier Milliarden USD liegen.

Nabucco-West verläuft von der türkisch-bulgarischen Grenze nach Österreich und soll eine Gesamtlänge von 1.315 Kilometer haben, erklärte ein Sprecher des Konsortiums. Die frühere Route - inklusive des Türkei -Transits - war auf über 3.000 Kilometer projektiert worden. Doch den Transport vom kaspischen Gasfeld Shahdeniz in Aserbaidschan über die türkische Ostgrenze bis nach Bulgarien will jetzt ein türkisch-aserbaidschanisches Konsortium mit der TANAP-Leitung übernehmen.

Ab 2017/18 soll TANAP rund 16 Milliarden Kubikmeter Gas von Shahdeniz in die Türkei transportieren. Davon hat sich die Türkei etwa sechs Milliarden Kubikmeter für den Eigenverbrauch reserviert, die restlichen zehn Milliarden sollen in den westeuropäischen Markt geliefert werden. Unklar ist bislang noch, wer das kaspische Erdgas an der türkischen Westgrenze abholt und weiter in die EU-Länder bringt.

Neben Nabucco-West haben sich auch die Partner der Trans Adriatic Pipeline (TAP) für den Lieferzuschlag aus Shahdeniz beworben. Bis Mitte 2013 wollen die Förderunternehmen von Shahdeniz über den Zuschlag entscheiden.

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