Der seit Monaten in der öffentlichen Kritik stehende Billigstromanbieter Flexstrom steht einem Zeitungsbericht zufolge möglicherweise vor einem Eigentümerwechsel. Das Berliner Unternehmen sei bereits mehreren Konkurrenten zum Kauf angeboten worden, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf informierte Personen.

Unter anderem seien die RWE-Tochter Eprimo sowie der Eigentümer des unabhängigen Gasanbieters Goldgas, der Finanzinvestor BluO, angesprochen, berichtet die Zeitung. Mindestens ein weiterer großer unabhängiger Strom- und Gasanbieter soll sich die Flexstrom-Gruppe angeschaut haben. Wegen hoher Verbindlichkeiten werde nur ein Preis von einem symbolischen Euro verlangt. Weder von RWE noch von BluO war am Morgen ein Kommentar zu bekommen.

Das Logo des Stromanbieters Flexstrom hängt am Mittwoch am Eingang des Hauptsitzes in Berlin. dapd

Ein Flexstrom-Sprecher sagte, die Eigentümer stünden weiter voll und ganz zu ihrem Unternehmen. Angesichts des vorläufigen Vorsteuergewinns von mehr als 20 Millionen Euro sei es unverständlich, warum das Unternehmen für beispielsweise einen symbolischen Euro verkauft werden sollte.

Flexstrom ist mit knapp 600.000 Kunden einer der größten unabhängigen Strom- und Gasanbieter Deutschlands. Das Unternehmen war erst 2003 gegründet worden und mit Billigangeboten jahrelang rapide gewachsen. Die letzten vorliegenden Zahlen aus dem ersten Halbjahr 2012 zeigen laut der Zeitung aber, dass sich das Wachstum deutlich verlangsamt hat. Seit dem 31.12.2011 habe die Gruppe die Kundenzahl nur noch um 7.500 auf knapp 570.000 steigern können. Flexstrom steht seit Wochen wegen dubioser Vertragsbedingungen in der Kritik.

An Flexstrom halten die Brüder Robert und Thomas Mundt jeweils knapp 45 Prozent. Robert Mundt ist Vorstandsvorsitzender, Thomas Mundt sitzt im Aufsichtsrat. Jeweils fünf Prozent halten Finanzvorstand Martin Rothe und Andreas Felix, der Geschäftsführer von Löwenzahn Energie, einer Tochtergesellschaft von Flexstrom.

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