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Donnerstag, 7. Februar 2013, 19:02 Uhr

Die möglichen Nachfolger von Annette Schavan

Nach den Pfuschvorwürfen um ihre Doktorarbeit laufen die Spekulationen über einen Rücktritt der Bundesbildungsministerin heiß und ebenso über ihre möglichen Nachfolger. Wir haben uns umgehört, wer als Kandidat im Gespräch ist.

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Johanna Wanka
Die 61-jährige Wanka gilt als eine der Favoritinnen für die Schavan-Nachfolge. Die promovierte Mathematikerin war von 2000 bis 2009 Kultusministerin in Brandenburg. Danach ging sie in gleicher Funktion nach Niedersachsen und war dort die erste ostdeutsche Ministerin in einem westdeutschen Kabinett. In der Universitätslandschaft genießt Wanka zudem einen exzellenten Ruf. Wanka würde auch den weiblichen Anteil im Kabinett verstärken. dapd

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Monika Grütters
Die 52-jährige Monika Grütters ist Vorsitzende des Bundestags-Kulturausschusses. Über die Parteigrenzen hinweg wird die promovierte Kulturwissenschaftlerin wegen ihres verbindlichen Auftretens und ihrer Fachkompetenz respektiert. Seit 1991 lehrt sie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin und seit 2005 an der Freien Universität Berlin. Die Kanzlerin schätzt Grütters vor allem, weil sie als stellvertretende Landesvorsitzende die Reihen der zerstrittenen Berliner CDU wieder geschlossen hat. Beide Politikerinnen haben einen guten Draht zueinander. Christof Rieken

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Hermann Gröhe
CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe ist reif für einen Kabinettsposten und hat sich außerdem in der Bildungspolitik profiliert. Ob der Chef-Wahlkampfmanager allerdings sieben Monate vor der Bundestagswahl im Konrad-Adenauer-Haus abkömmlich sein kann, sei dahingestellt. Intern hat schon die Suche nach einem schlagkräftigen Nachfolger begonnen. dapd

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David McAllister
Gröhe könnte schnell ersetzt werden - als potenzieller Kandidat wird der abgewählte niedersächsische Ministerpräsident David McAllister gehandelt. Immerhin schon zwei Mal wollte ihn Merkel zum Generalsekretär machen. McAllister ließ seine politische Zukunft bislang zwar offen, soll aber laut seinem Umfeld nicht nach Berlin wechseln wollen. Viele in der CDU halten ihn, der als konsensstark und integrierend gilt, für den besseren Generalsekretär als Gröhe. dapd

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Ein Akademiker
Als Bildungsminister hätte auch ein Akademiker im Wissenschafts- und Bildungsressort seinen Reiz. Fernab parteipolitischer Fehden könnte so der Wissenschaftsstandort Deutschland gestärkt werden. Immer wieder wird der Name des Präsidenten der Berliner Humboldt-Universität, Jan-Hendrik Olbertz, genannt. Der 58-jährige Erziehungswissenschaftler hat zwar kein Parteibuch, war aber in der CDU-geführten Landesregierung Sachsen-Anhalt von 2002 bis 2010 Kultusminister. Allerdings scheint es risikoreich, dass Merkel ausgerechnet im Wahljahr einen Außenseiter ins Kabinett holt. Dem gebürtigen Ost-Berliner Olbertz wird zudem vorgeworfen, in seiner Dissertation und Habilitation Zugeständnisse an das SED-Regime gemacht zu haben. dapd

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Julia Klöckner
Wenn die CDU ein Amt zu vergeben hat, ist meist auch die 40-jährige rheinland-pfälzische Landesvorsitzende dafür im Gespräch. Aufgrund ihrer Bodenständigkeit und Tatkraft gilt Julia Klöckner als Zukunftshoffnung der CDU. 2011 drängte sie SPD-Urgestein Kurt Beck fast aus dem Ministerpräsidentenamt. Seitdem wird der ehemaligen Journalistin so ziemlich alles zugetraut. Ein sechsmonatiger Aufenthalt im Bundeskabinett könnte die Popularität von Klöckner in Rheinland-Pfalz nur steigern. Dann würde sie auch ihrem Ziel näher kommen, dass spätestens ab 2016 das Land von Helmut Kohl wieder CDU-regiert wird. dapd