IRVINE--Der japanische Automobilhersteller Nissan will seinen Kunden ab 2020 selbstfahrende Autos anbieten. Die Fahrzeuge sollen vollständig oder zumindest teilweise ohne die Kontrolle durch den Fahrer auskommen. 2014 wolle der Konzern ein Testgelände für solche Wagen bauen, sagte Executive Vice President Andy Palmer während einer Präsentation für die Fachpresse im kalifornischen El Toro.

Nissan gehört zu einer Reihe von Autobauern auch aus Deutschland, die am automatisierten Fahren arbeiten. Auch der US-Suchmaschinenbetreiber Google bastelt an einer Selbstfahrer-Technologie. Selbstfahrende Autos sollen vor allem dazu beitragen, die Zahl der Unfälle aufgrund von Fehlern des Fahrers zu verringern. Das Jahr 2020 haben auch andere Branchenvertreter als Richtwert für die Lancierung von Selbstfahrern genannt, auch Google gehört dazu.

Reuters

Immer mehr Fahrzeuge sind bereits mit Technologien ausgestattet, die bestimmte Funktionen automatisieren. Dazu zählen Systeme zur Geschwindigkeitsregelung, um den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug konstant zu halten. Zudem gibt es automatische Bremssysteme und Systeme, um die Autos in der Spur zu halten.

Eine große Herausforderung für die Hersteller von selbstfahrenden Autos stellt die Entwicklung preiswerter und zuverlässiger Sensoren dar, die alles um das Fahrzeug herum "sehen" und es auf der Straße leiten.

Als größte Hürde könnten sich aber rechtliche und regulatorische Vorgaben erweisen. Nur in wenigen Staaten dürfen die Fahrzeuge im normalen Straßenverkehr getestet werden. Vor einer massenhaften Einführung von Selbstfahrern müssten sich außerdem Hersteller, Aufseher und Versicherer erst einmal an einen Tisch setzen und klären, wer im Falle eines Unfalls die Haftung übernimmt.

In Deutschland arbeitet etwa der Münchener Premiumautobauer BMW mit dem Zulieferer Continental bei dem Thema zusammen. Die beiden Unternehmen hatten schon vor einiger Zeit eine Forschungspartnerschaft unterzeichnet, mit der sie die Voraussetzungen zur Serieneinführung hochautomatisierten Fahrens auf Europas Autobahnen schaffen wollen.

In der vergangenen Woche hatte es in Medien geheißen, dass Conti beim Thema automatisiertes Fahren sogar kurz vor dem Abschluss einer Kooperation mit Google und IBM steht. Conti und IBM in Deutschland wollten die Informationen nicht kommentieren.

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