Europas Banken rechnen 2013 mit neuem Gegenwind: Bankmanager fürchten eine Verschärfung der Schuldenkrise und eine europaweite Konsolidierung der Branche, wie aus der jüngsten Branchenumfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young hervorgeht. Viele Institute wollen Stellen streichen.

Rund jedes dritte Institut geht demnach davon aus, dass die Auswirkungen der Krise im ersten Halbjahr noch stärker zu spüren sein werden als bisher. Vor allem spanische, französische und italienische Banken sehen schwarz. Nur jede fünfte Bank geht davon aus, dass es weniger Probleme geben wird.

Auch die deutschen Banken malen eher schwarz: Fast jede zweite Bank in Deutschland rechnet damit, dass sich die Binnenkonjunktur in den kommenden Monaten eintrübt, nur vier Prozent erwarten eine Erholung. Für den europäischen Bankensektor rechnen sogar 80 Prozent der deutschen Geldhäuser kurzfristig mit weiteren Problemen.

Angesichts der noch trüben Aussichten sehen sich die Institute zum Personalabbau gezwungen. Vier von zehn deutschen Banken wollen in den kommenden sechs Monaten Stellen streichen, europaweit wollen 45 Prozent der befragten Institute Mitarbeiter entlassen.

"Vor den Banken liegen magere Jahre", erklärte Claus-Peter Wagner, Managing Partner bei Ernst & Young. "Daher werden die kommenden Monate von Restrukturierungen, Kostensenkungen und dem Abbau von Risiken geprägt sein."

Geht es um die Politik, so stellen die meisten deutschen Banken Bundesbank und Bundesregierung ein gutes Zeugnis für ihr Handeln in der Schuldenkrise aus. Eine europäische Bankenunion stößt jedoch auf Ablehnung. Nur sechs Prozent der Institute stimmen dem vorbehaltlos zu, fast die Hälfte knüpft ihre Zustimmung an Bedingungen wie die gleichzeitige Einführung einer Fiskalunion oder den Ausschluss eines Haftungsausgleichs.

Für das Bankenbarometer wurden 269 führende Banken in mehreren Ländern befragt, unter anderem in Frankreich, Großbritannien, Italien, den skandinavischen Ländern, der Schweiz und Spanien. In Deutschland wurden 50 Banken befragt.

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