Der Gründer der Computersicherheitsfirma McAfee ist Behördenangaben zufolge in Guatemala festgenommen worden, nachdem er das mittelamerikanische Land illegal betreten hatte. John McAfee sei in einem Hotel in einer vornehmen Gegend der Hauptstadt Guatemala-Stadt in Gewahrsam genommen worden, sagte Innenminister Mauricio López Bonilla am Mittwoch. Zuvor war McAfee aus dem Nachbarland Belize nach Guatemala geflohen, wo er nach eigenen Angaben Asyl beantragte.

Die Behörden in Belize wollen McAfee im Zusammenhang mit dem Mord an dem Amerikaner Gregory Faull befragen. Für die Polizei in Belize ist McAfee in dem Mordfall eine "Person von Interesse". Das heißt, dass die Behörden eine Verwicklung des Unternehmers in den Fall vermuten. McAfee bestreitet, in den Mord verwickelt zu sein.

Der 67-jährige McAfee gründete vor vielen Jahren die Firma McAfee. Der Antivirus-Gigant versorgt Unternehmen und Privatleute weltweit mit Verschlüsselungs- und Firewall-Lösungen. McAfee verließ das Unternehmen 1994 und ließ sich in Zentralamerika nieder, wo ihm eine Bootsfirma gehört.

Es ist nicht das erste Mal, das McAfee Probleme mit dem Gesetz hat: Im April war die Polizei einem Hinweis auf ein illegales Drogenlabor auf dem Anwesen McAfees gefolgt und hatte das Grundstück durchsucht. Dabei wurden mehrere Waffen, fast 300 Schrotpatronen, Laborausrüstung und 20.000 US-Dollar gefunden, sagt Raphael Martinez, Sprecher des Ministeriums für nationale Sicherheit. Allerdings habe es keine Anklage gegeben, da McAfee eine Erlaubnis für den Besitz der Waffen gehabt habe. Es konnte auch nicht nachgewiesen werden, dass der Softwarespezialist die Laborausrüstung zur Herstellung illegaler Drogen verwendet hatte.

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