Der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano war am Donnerstag zu Besuch in Berlin. Reuters

BERLIN – Der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano hat sich optimistisch über eine baldige Regierungsbildung nach dem politischen Patt bei der Parlamentswahl in seinem Heimatland gezeigt. „Ich bin sicher, dass in den nächsten Wochen eine neue Regierung gebildet wird", sagte das Staatsoberhaupt am Donnerstag nach einem Treffen mit Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin. „Wir haben schwierige Probleme vor uns und müssen Fortschritte machen", sagte Napolitano. Er forderte die Parteien dazu auf, „endlich eine gemeinsame Politik" zu betreiben. „Wir sind geeint im Rahmen eines gemeinsamen europäischen Engagements", sagte der Staatspräsident und fügte hinzu: „Europa ist die einzige Straße, die wir begehen können."

Die Clown-Äußerungen von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nannte Napolitano „nicht in Ordnung" und sprach von einer „bedauerlichen Angelegenheit". Steinbrück hatte nach dem Wahlausgang den Komiker und Anführer der Protestbewegung Beppe Grillo sowie den ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi als Clown bezeichnet. Napolitano sagte daraufhin ein für Mittwochabend geplantes Essen mit Steinbrück ab.

Gauck würdigte in der Unterredung mit Napolitano das deutsch-italienische Verhältnis als intensiv und vertrauensvoll. „Italien ist ohne jeden Zweifel Bestandteil Europas", sagte er. Napolitano besucht derzeit Deutschland. Am Nachmittag ist auch ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel geplant.

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