Aktualisiert Samstag, 29. Dezember 2012, 08:52 Uhr

Das sind Deutschlands Aktien des Jahres

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Continental
Mit einem Kursplus von 82 Prozent war der Dax-Aufsteiger Continental die beste Aktie des Jahres 2012 im deutschen Leitindex. Der Autozulieferer profitierte vom Boom bei den Premium-Karossen und überzeugte operativ. Die Prognose wurde im Jahresverlauf gleich mehrfach angehoben. Zudem steht der Großaktionär Schäffler wieder besser da. Lennart Preiss/dapd

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Lanxess
Mit einem Kursgewinn von 66 Prozent schaffte es Lanxess auf den zweiten Platz des Siegerpodests im Dax. Der Aufstieg des viertgrößten deutschen Chemiekonzerns in den Leitindex im September sowie die gute Position im Bereich Spezialchemie waren die Kurstreiber. Erfreut zeigten sich die Anleger über die gute Entwicklung im Bereich Autoreifen, der von der starken Entwicklung der deutschen Premiumautohersteller profitierte. Lanxess

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Lufthansa
Bis Jahresmitte noch einer der Verlierer, schaffte es die Lufthansa-Aktie mit einem steilen Anstieg im zweiten Halbjahr insgesamt auf ein Plus von 55 Prozent. Hohe Treibstoffkosten, ein schwieriger Gesamtmarkt sowie Belegschaftsstreiks drückten zunächst die Stimmung für das Papier. Das konsequente Festhalten am Sparprogramm sowie die überraschend gute operative Entwicklung verhalfen der Aktie dann aber zu einem Höhenflug. dapd

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Fresenius Medical Care
Drittschlechtester Wert im Dax war mit einem kleinen Minus von 0,4 Prozent die Aktie von Fresenius Medical Care. Die Reform des US-Gesundheitssystems lastete auf der Kursentwicklung des Dialyseanbieters, der rund zwei Drittel seiner Umsätze auf dem US-Markt generiert. Daneben kamen Rechtsstreits in den USA bei den Anlegern nicht gut an. AP/AP/dapd

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Deutsche Telekom
Mit einem Verlust von 3 Prozent landete die Aktie des ehemaligen Börsenlieblings Deutsche Telekom auf dem zweitletzten Platz im Dax. Das Unternehmen konnte sich dem schwierigen Umfeld für Telekomaktien nicht entziehen und musste die Dividende für 2013 kürzen. Nach der gescheiterten Fusion mit AT&T bleibt T-Mobile USA das Sorgenkind im Konzern. Vorstandschef René Obermann hat seinen Rücktritt angekündigt. dapd

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Eon
Mit einem Kursrückgang um gut 15 Prozent führt Eon die Flopliste 2012 im Dax an. Der kostspielige Ausstieg aus der Kernkraft und die schwächere Stromnachfrage in Europa wegen der Wirtschaftskrise belasteten den Versorger. Eon kassierte die Prognose ein und die Anleger hegen auch Zweifel an der bisher versprochenen Dividende. dapd

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Sky Deutschland
Mit fast einer Kursverdreifachung war Sky Deutschland die Kursrakete im MDax. Am Schluss stand ein Plus von 194 Prozent zu Buche. Das Geschäft des Bezahlsenders läuft wieder besser, die Kundenzahlen steigen. Operativ wurden in diesem Jahr erstmals Quartalsgewinne verbucht. Gut kam bei den Anlegern auch der Kauf der Übertragungsrechte für die Bundesliga bis 2016/17 an. Medienmogul Rupert Murdoch will auch weiterhin das Wachstum finanzieren. Michael Will/dapd

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Gagfah
Auf dem zweiten Platz im MDax liegt Gagfah. Die Aktien des Immobilenunternehmens haben sich seit Jahresbeginn mit einem Plus von 123 Prozent mehr als verdoppelt. Ausgelöst hatte die Kursrally das Ende des Rechtsstreits mit der Stadt Dresden. Gagfah und die Elbestadt einigten sich wegen des Verstoßes gegen Mieterschutzklauseln auf eine Zahlung von 'nur' 40 Millionen Euro. Anfangs stand eine Klage über 1 Milliarde Euro im Raum. Norbert Millauer/dapd

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Kuka
Mit einem Plus von 96 Prozent schaffte es die Aktie des Anlagenbauers Kuka auf den dritten Platz im MDax. Das Geschäft im Automobilbereich brummt: Der Gewinn steigt beständig und der Auftragsbestand liegt auf Rekordniveau. Der Maschinenhersteller profitiert von der zunehmend Automatisierung in der Branche. Für Fantasie sorgte auch die mögliche Abspaltung des Anlagengeschäfts. Dadurch stiege Kuka zum reinen Roboter-Hersteller auf. Kuka

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SGL Carbon
Im Jahr 2011 war SGL Carbon noch einer der Börsenlieblinge im MDax. Der Hype um immer leichtere Autos und die entsprechenden Materialien dafür hatte die Aktie mächtig beflügelt, aber auch in ungesunde Höhen getrieben. Viele Analysten hielten sie für überbewertet. Zudem blieb in diesem Jahr der von den Aktionären erhoffte Bieterstreit durch die Großaktionäre BMW und VW aus. Die Übernahmespekulationen verpufften. Das Ergebnis in diesem Jahr: ein Minus von 21 Prozent und drittletzter Platz im MDax. SGL Carbon

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Hamburger Hafen (HHLA)
Vorletzter im MDax mit einem Minus von 22 Prozent ist die Aktie der Hamburger Hafen und Logistik AG. Die ersehnte Elbvertiefung ist erst einmal vertagt worden. Zudem agiert das Unternehmen in einem beinharten Umfeld, die konkurrierenden Nordseehäfen - allen voran Rotterdam und Antwerpen - liefern einen heftigen Preiskampf. Ansonsten gilt: wächst die Weltwirtschaft, wächst auch der Hafenkonzern. dapd

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Metro
Mit einem Minus von gut 25 Prozent war das Metro-Papier der Hauptverlierer im MDax. Querelen im Vorstand, Unstimmigkeiten über die Zukunft des Handelskonzerns und das Ausbleiben angekündigter Verkäufe von Tochtergesellschaften drückten auf die Stimmung. Daneben drohen weitere Anteilsverkäufe durch Großaktionär Haniel. Bitter war auch der Abstieg aus der ersten Liga in den MDax. dapd

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Sartorius
Heimlich, still und leise hat sich die Sartorius-Aktie mit einem Kursgewinn von fast 90 Prozent an die Spitze des TecDAX gesetzt. Die Aktie war erst im Juni in den Technologieindex aufgestiegen. Vorausgegangen war dem ein kräftiger Kursanstieg, der sich immer weiter fortsetzt. Seit dem Krisentief Ende 2008 hat sich der Kurs verzwölfacht. Unter den oft schillernden Werten dieses Index ist der Labor- und Pharmazulieferer grundsolide, das brummende Geschäft ist weitgehend unabhängig vom Auf und Ab der Konjunktur. Sartorius

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Morphosys
Auf den zweiten Platz im TecDax kam nach einem Schlussspurt die Aktie des Biotech-Spezialisten Morphosys, die um 67 Prozent stieg. Wirkliche Kursfantasie kam erst Ende September auf. Ein Erfolg bei der Entwicklung eines Antikörpers gegen rheumatische Arthritis ließ die Aktie in nur acht Handelstagen um mehr als 30 Prozent nach oben schnellen. Im Dezember schob der Erhalt eines US-Patents für einen Krebs-Antikörper den Kurs weiter an. MorphoSys

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LPKF Laser+Electronics
Der drittbeste Platz im TecDax geht mit Plus 66 Prozent an die Aktie von LPKF Laser+Electronics, die erst seit September im TecDax notiert ist. Das Unternehmen ist ein hochspezialisierter Maschinenbauer, der unter anderem vom Boom bei Smartphones und Tablet-PCs profitiert. Vor allem in der Lasertechnologie ist es Unternehmen zu Hause. Mitte November überraschte LPKF mit exzellenten Zahlen zum dritten Quartal. LPKF Laser + Electronics

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Nordex
Ein Kursabschlag von 24 Prozent bringt der Aktie von Nordex in diesem Jahr den drittletzten Platz im TecDax ein. Von Februar bis Mai erlebte das Papier einen drastischen Kurseinbruch, von dem es sich nicht mehr erholte. Projekte im überschuldeten Südeuropa wurden verschoben und auch der Wachstumsmarkt China schwächelte. Wie die Solarbranche, litt auch der Hersteller von Windturbinen unter steigendem Preisdruck. dapd

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SMA Solar
Schlusslichter im TecDax waren erneut die Solarwerte. So hat sich der Kurs von SMA Solar trotz des allgemein guten Aktienjahres mit minus 56 Prozent mehr als halbiert. Doch das Unternehmen geht in die Offensive und versucht mit der Übernahme der chinesischen Zeversolar einen Fuß in den wichtigen China-Markt zu bekommen. Allerdings scheint leichte Skepsis angebracht, denn der Marktanteil von Zeversolar lag 2011 unter einem Prozent. SMA Solar

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Solarworld
Mit einem Minus von gut 67 Prozent war die Solarworld-Aktie der größte TecDax-Verlierer im Jahr 2012. Trotz starker Nachfrage kämpfte der Zell- und Modulhersteller schwer gegen die starke asiatische Konkurrenz. Der harte Preiswettbewerb macht dem gefallenen Solarchampion weiter zu schaffen und lässt die Barreserven des Unternehmens zusammenschmelzen. Inzwischen ist der einstige Hoffnungsträger beinahe ein Penny-Stock. Solarworld

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Frankfurt
Im europäischen Vergleich schlugen sich deutsche Aktien sehr gut. Euro-Schuldenkrise, Rettungsroutinen, Krisengipfeln und der Fiskalklippe zum Trotz - 2012 war das beste Jahr für deutsche Aktien seit langem. Um satte 29 Prozent hat der Dax zugelegt - Platz zwei in Europa. Einen noch stärkeren Anstieg gab es zuletzt 2003. Der Grund: Die Konjunktur und der Arbeitsmarkt in Deutschland zeigten sich trotz der Krise in Europa erstaunlich robust. Peter Hein für Wall Street Journal Deutschland

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Istanbul
Der Spitzenplatz in Europa ging 2012 an die türkische Börse. Deren Leitindex Nat30 stieg doppelt so stark wie der Dax: um 59 Prozent. Die Börse in Istanbul profitiert weiter von der seit 2010 wieder deutlich anziehenden Konjunktur im Land des Halbmondes. Die Türkei wendet sich dabei immer stärker auch Handelspartnern in Nordafrika und dem Nahen Osten zu, weshalb sie von der Krise in Europa weniger tangiert wird. AP/dapd

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Kopenhagen
Auf dem dritten Platz folgt im europäischen Vergleich Dänemark. Der dänische Leitindex OMXC-20 kletterte seit Jahresbeginn um 27 Prozent. In Skandinavien haben sich die Aktienmärkte schon in den vergangenen Jahren zumeist besser als der europäische Durchschnitt gezeigt, aber die Börse in Kopenhagen stand dabei oft im Schatten der größeren Brüder aus Oslo und Stockholm. Jim Nix CC 2.0/flickr

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Budapest
Auf dem drittletzten Platz in Europa findet sich die Börse in Ungarn. Das Land macht auch eine schwere Wirtschaftskrise durch und verhandelt mit dem Internationalen Währungsfonds über Hilfskredite. Der Leitindex Bux verbuchte in diesem Jahr aber dennoch ein leichtes Plus von 6 Prozent. Moya Brenn / CC 2.0

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Lissabon
Der vorletzte Platz in Europa geht an ein klassisches Krisenland aus Südeuropa. Portugal leidet mit am stärksten unter der Staatschuldenkrise und den damit verbundenen Konjunkturproblemen. An der Börse in Lissabon stieg der Leitindex PSI 20 seit Jahresbeginn aber immerhin um 3 Prozent. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte zogen die Kurse an, denn die Sparpolitik der portugiesischen Regierung zeitigte erste Erfolge und die Renditen am Anleihemarkt sind zuletzt deutlich zurückgekommen. Pedro Szekely CC 2.0/flickr

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Madrid
Schlusslicht in Europa war in diesem Jahr die Börse in Madrid. Durchgeschüttelt von einem massiven Konjunktureinbruch fiel der Leitindex Ibex-35 seit Januar um 5 Prozent. Auch hier war in der zweiten Jahreshälfte eine deutlich Erholung spürbar. Vor allem die Aktien einiger großer Banken, die unter den Folgen der geplatzten Immobilienblase gelitten hatten und kräftig abgestürzt waren, sind von ihren Tiefs vom Sommer deutlich zurückgekommen.
dapd