Ohne Umschweife erklärte Warren Buffett den Anteilseignern seiner Firma Berkshire Hathaway in einem Brief, dass es sich wohl kaum lohne, diese Aktien zu besitzen, wenn er den Substanzwert des Unternehmens nicht schneller steigern könne als es im Aktienindex S&P 500 aufwärts geht. Ein billiger Indexfonds wäre dann eine bessere Investition.

Doch bisher hat er nicht enttäuscht. In seinen 48 Jahren als Vorstandschef von Berkshire ist der Wert der Aktien um das 8000-Fache gestiegen. Viele der ursprünglichen Anleger hat das zu Milliardären gemacht.

Die 30 besten Chefs der Welt

Die Renditen für Aktionäre sind ein wichtiges Kriterium, um in die Liste der 30 besten Firmenlenker der Welt aufgenommen zu werden, die das Anlegermagazin Barron's einmal im Jahr aufstellt. Gesucht sind dabei innovative und kluge Führungspersonen, die ihre Angestellten motivieren und neue Produkte entwickeln können, die bei den Verbrauchern ankommen. All das müssen sie auch in stetige Gewinne und überdurchschnittliche Kursgewinne verwandeln können.

Alle 30 CEOs auf der diesjährigen Liste haben den Buffett-Test bestanden. Der Aktienkurs ihres Unternehmens hat während ihrer Zeit als Firmenchef den S&P 500 geschlagen. Einige schaffen sogar bessere jährliche Kursgewinne als Buffett, doch keiner kann mit seiner Gesamtleistung seit 1965 mithalten.

Unter Larry Fink hat Blackrock seit dem Börsengang 1999 jährlich 25,3 Prozent zugelegt, verglichen mit den 21 Prozent von Berkshire unter Buffetts Führung. Noch beeindruckender ist die Leistung von Amazon.com-Chef Jeff Bezos seit dem Börsengang 1997. Er hat den Aktienkurs von (splitbereinigt) 1,50 Dollar auf 253 Dollar gesteigert, was einem jährlichen Zugewinn von 39 Prozent entspricht.

13 neue Namen stehen auf der Liste

Auf jährlich mindestens 25 Prozent Kursgewinn kommen außerdem Larry Ellison von Oracle, Hugh Grant von Monsanto, Pablo Isla vom Textilhändler Inditex, Ma Huateng von der chinesischen Internetfirma Tencent und Yang Yuanqing vom Computerhersteller Lenovo.

13 neue Namen haben es seit dem vergangenen Jahr auf die Liste der Top-Vorstandschefs geschafft. Einer davon ist Yang, außerdem Leslie Moonves von CBS, Bernard Arnault von LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton, David Cote von Honeywell und Carol Meyrowitz vom Einzelhandelskonzern TJX.

Man muss schon Großes leisten, um mehrere Jahre auf der Liste bleiben zu dürfen. Rex Tillerson von ExxonMobil wurde gestrichen, weil die Produktion und die Renditen des Ölriesen unter Druck stehen. Joe Tucci vom Informationsmanagement-Spezialisten EMC hat es nicht auf die Liste geschafft, weil sich das Umsatzwachstum dort verlangsamt hat.

Acht Top-CEOs stammen aus Europa

Die Liste ist global. 16 der CEOs stammen aus den USA, acht aus Europa, vier aus Asien und jeweils einer aus Kanada und Mexiko. Ausgewählt werden sie nicht mit einer Formel, sondern basierend auf Beobachtungen von Reportern und Redakteuren, Investoren, Analysten und Branchenvertretern.

Die meisten Kandidaten führen ihr Unternehmen schon seit mehr als fünf Jahren, mindestens aber seit drei. Es dauert seine Zeit, bis die Entscheidungen eines Firmenlenkers Wirkung zeigen, und die Entwicklungen im ersten Amtsjahr eines jeden Vorstandschefs haben meistens mehr mit der Arbeit des Vorgängers zu tun.

Eine Ausnahme ist Google-Chef Larry Page, der seinen Posten erst 2011 antrat, Er wurde trotzdem bereits berücksichtigt, da er zusammen mit Sergey Brin ein Mitgründer des Unternehmens ist und am Aufbau des Internetgiganten entscheidend beteiligt war.

Manche Chefs meistern besondere Herausforderungen

Niemand der 30 Top-Manager hat einen leichten Job, doch manche Branchen bieten besondere Herausforderungen. Ryanair-Chef Michael O'Leary, der schon seit langem auf der Barrons-Liste steht, kann in der brutalen Luftfahrtbranche stetig Erfolge vorweisen. Jetzt bestellte er mehrere neue Flugzeuge des Typs Boeing 737 und verteidigte den Flugzeughersteller: Es sei nur „Behördenscheiße", weswegen die 787 Dreamliner am Boden bleiben müssten. Mehrere Luftfahrtbehörden hatten die Flugzeuge zuvor wegen Batteriefeuer aus dem Verkehr gezogen.

BMW-Chef Norbert Reithofer. Er ist der einzige Deutsche in der Liste der 30 besten CEOs. dapd

Im Einzelhandel kommt der Druck von allen Seiten, und in diesem Umfeld haben sich die Chefs der japanischen Firma Fast Retailing und des spanischen Textilkonzerns Inditex besonders gut geschlagen. Die Ketten Uniqlo von Fast Retailing und Zara von Inditex gehören heute zu den führenden Bekleidungshändlern der Welt.

Mit einer ganz anderen Strategie hat LVMH-Chef Arnault das Image seines Unternehmens aufpoliert und geschützt. Er besteht darauf, dass Waren, die sich nicht verkaufen, zerstört werden anstatt sie im Preis zu reduzieren. Dadurch ist die Firma zu einem der wichtigsten Hersteller von Luxusgütern geworden.

Zwei Top-CEOs kehren zurück auf die Liste

Manchmal verschwinden Namen auch zu Unrecht von der Liste, so in der Vergangenheit geschehen im Fall von Warren East, Chef von ARM Holdings, und Monsanto-Chef Grant. Dieses Jahr gehören sie wieder zum Kreis der 30 Besten. East hat gerade verkündet, dass er sich im Juli zur Ruhe setzen will. Er hat erfolgreich größere Wettbewerber wie Intel ausgebootet und im Markt für Prozessoren für mobile Geräte eine führende Rolle eingenommen. Und seit Grant im Jahr 2010 von der Liste der besten CEOs verschwand, hat Monsanto seine Dominanz im Markt für genetisch verändertes Saatgut zementiert, während die Gewinne sich erholten.

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