Die Telekom erwägt den Verzicht auf unrentable Festnetzanschlüsse in Neubaugebieten: So will der Konzern die Wirtschaftlichkeit prüfen, bevor er zum Beispiel an Stadträndern oder im ländlichen Raum Kupferkabel für die Anschlüsse verlegt. Das berichtet die "Saarbrücker Zeitung". Als Alternative sollen drahtlose Telefonanschlüsse, also Mobilfunktechnik, dienen.

Die Deutsche Telekom prüft, ob Festnetz-Anschlüsse in unrentablen Gegenden statt mit Kupferkabel auch per Mobilfunktechnik abgedeckt werden können. Agence France-Presse/Getty Images

"Das ist die wirtschaftlich günstigere Lösung", zitierte die Zeitung einen Sprecher der Telekom. Dem Bericht zufolge stößt das Vorhaben der Telekom bei der Bundesnetzagentur, die den Wettbewerb im Telefonmarkt überwacht, auf Kritik.

Die Telekom ist laut Telekommunikationsgesetz bundesweit zur Mindestversorgung der Bevölkerung verpflichtet. Dazu gehört neben öffentlichen Telefonzellen ein Festnetz-Anschluss für jeden Haushalt zu einem erschwinglichen Preis.

In den vergangenen Wochen hatten bereits Pläne der Telekom für Protest gesorgt, fürs schnelle Internet-Surfen über den Festnetzanschluss zu Hause eine Datenvolumengrenze einzuführen. Die Begrenzung soll für neue Verträge gelten, die seit dem 2. Mai abgeschlossen werden. Altverträge sollen davon unberührt bleiben. Technisch wird das Vorhaben voraussichtlich nicht vor 2016 umgesetzt.

Auf der Digitalkonferenz Republica hatte sich Telekom-Vertreter Jan Krancke im Zuge der Diskussion um die Drosselung noch zum Ausbau des Breitbandnetzes auf dem Land bekannt und die Drosselung auch mit den hohen Kosten des Ausbaus gerechtfertigt.

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