Auch vier Wochen nach Beginn des französischen Militäreinsatzes in Mali ist kein Ende der Gewalt in Sicht. Nach einem weiteren Selbstmordanschlag in Gao berichtete ein Korrespondent des britischen Senders BBC am Sonntag von heftigen Kämpfen zwischen malischen Soldaten und mutmaßlichen Islamisten in der Stadt im Norden des westafrikanischen Landes. Gao war vor rund zwei Wochen von französischen und malischen Truppen eingenommen worden.

Am Samstag war es in der Stadt zum zweiten Selbstmordanschlag an einem Kontrollposten binnen weniger Tage gekommen. Bei dem ersten war ein Jugendlicher mit dem Motorrad auf denselben Posten zugefahren und hatte einen Sprengsatz gezündet. Die Täter waren die einzigen Todesopfer der Anschläge. Die Islamisten hatten sich in den vergangenen zwei Wochen aus den Städten im Norden zurückgezogen. Vereinzelte Kämpfer sollen aber in der Bevölkerung untergetaucht sein und könnten nun zu Attentätern werden.

Den BBC-Angaben zufolge hatten die Kämpfe am Sonntag wohl am Polizeihauptquartier im Zentrum der Stadt begonnen. Danach seien Schüsse aber auch aus anderen Teilen Gaos zu hören gewesen. Die Bewohner hätten sich in ihren Häusern verbarrikadiert.

Frankreich hatte vor vier Wochen auf Bitten Malis seinen Militäreinsatz gegen die Islamisten begonnen. Die extremistischen Kämpfer zogen sich seither aus den Städten zurück und suchten im schwer zugänglichen Grenzgebiet zu Algerien Zuflucht. Hunderte Dschihadisten wurden laut Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves le Drian getötet.

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