Der Zusammenschluss des American-Airlines-Mutterkonzerns AMR mit US Airways zur größten Fluggesellschaft der Welt rückt offenbar immer näher. Die Boards beider Konzerne werden am Mittwoch zusammenkommen, um über die Fusion zu beraten, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen. Ein entsprechender Deal könnte dann noch am Mittwoch oder am Donnerstag verkündet werden.

Fast alle wichtigen Punkte seien geklärt worden, so die Personen weiter. Der Zusammenschluss würde eine Fluggesellschaft mit einem Marktwert von über 10 Milliarden US-Dollar hervorbringen. AMR würde die Fusion als Teil des laufenden Insolvenzverfahrens nach Chapter 11 des US-Rechts vornehmen. Dieses Spezialgesetz ermöglicht es bankrotten US-Firmen, sich neu zu organisieren und ihre Geschäfte fortzuführen.

Der Zusammenschluss des American-Airlines-Mutterkonzerns AMR mit US Airways rückt offenbar immer näher. Die Boards beider Konzerne sollen am Mittwoch zusammenkommen, um über die Fusion zur größten Fluggesellschaft der Welt zu beraten. Reuters

Die zwei Airlines hoffen auf zusätzliche Erlöse und Einsparungen von mehr als einer Milliarde Dollar, sagen einige der informierten Personen. Einige Fragen seien aber noch offen, weshalb die geplanten Board-Sitzungen und die Verkündung der Fusion auch um einen Tag oder sogar auf die kommende Woche verschoben werden könnten, warnten die Informanten.

Nach Auskunft der Insider versuchen alle Beteiligten, den Zusammenschluss noch vor Freitag unter Dach und Fach zu bringen. Dann ende eine Verschwiegenheitsvereinbarung, welche die Anleihengläubiger von American Airlines unterschrieben haben, sagen die Quellen. Zwar könnten diese Vereinbarungen verlängert werden, es müssten aber alle diese Gläubiger zustimmen.

US-Airways-Chef Doug Parker würde den Informationen zufolge CEO des neuen Unternehmens werden. AMR-CEO Tom Horton wird demnach für begrenzte Zeit den Posten eines nicht mit Managementaufgaben betrauten Board-Chairman übernehmen. Über die genaue Länge seiner Amtszeit werde noch am Montag verhandelt, so die Personen. Beim derzeitigen Stand der Verhandlungen bekämen Aktionäre von American Airlines etwa 72 Prozent der fusionierten Fluglinie und Aktionäre von US Airways rund 28 Prozent.

Besetzung des Boards noch offen

Neben der Amtszeit Hortons werde aktuell noch die genaue Besetzung des Boards diskutiert, so die Personen. Es gehe dabei um die Anzahl der Mitglieder des Gremiums und wer sie beruft. Zudem werde über die Vergütung des neuen Managements und weiterer Mitarbeiter gesprochen.

Die meisten anderen großen Fluglinien der USA haben sich bereits zusammengeschlossen. Delta Air Lines fusionierte 2008 mit Northwest Airlines. United Airlines und Continental Airlines gingen 2010 zusammen. Auch in Europa müssen mittlerweile immer mehr Fluggesellschaften eine Kooperation oder sogar einen Zusammenschluss mit einer anderen Airline in Erwägung zu ziehen.

In Deutschland steht beispielsweise die Nummer zwei der Branche, Air Berlin, massiv unter Druck. Die Airline war zuletzt auf immer neue Finanzspritzen ihres Großaktionärs Etihad angewiesen. Air Berlin sucht ihr Heil in immer weiteren Kooperationen. Aber auch die Deutsche Lufthansa steht wegen des scharfen Wettbewerbs mit Billigfliegern wie Ryanair und den Golfcarriern Emirates und Etihad unter Druck.

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