Aktualisiert Dienstag, 12. März 2013, 11:38 Uhr

Wer wird der neue Papst?

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Kardinal Timothy Dolan (USA)
Der 63-jährige Dolan ist Erzbischof von New York und Vorsitzender der US-amerikanischen Bischofskonferenz. Er hat in seinem Heimatland für viel Wirbel gesorgt, weil er gegen eine Passage in Barack Obamas Gesundheitsreform kämpft. Danach müssen betriebliche Krankenversicherungen ihren Mitgliedern auch Verhütungsmittel und die Pille danach erstatten, was bei katholischen Unternehmen und Universitäten auf Ablehnung stößt. Associated Press

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Kardinal Marc Ouellet (Kanada)
Der 68-jährige stammt aus dem französischsprachigen Landesteil Quebec und ist seit 2002 Erzbischof der Diözese. 2010 ernannte Papst Benedikt ihn zum Vorsitzenden der Bischofsversammlung. Damit spielt er eine Schlüsselrolle bei der Aufstellung der Kirchenführung. In Glaubensfragen gilt er als konservativ. Agence France-Presse/Getty Images

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Kardinal Óscar Andrés Rodríguez Maradiaga (Honduras)
2001 wurde der heute 70-jährige Rodríguez zum ersten Kardinal aus Honduras ernannt. Er leitet den internationalen Caritas-Verband und gründete die Katholische Universität von Honduras. Er gilt als Kritiker der sozialen Ungerechtigkeit in Südamerika, hat aber auch den Linkspopulisten Hugo Chávez in Venezuela angegriffen. 2009 sorgte er für Aufsehen, weil er den Putsch der Armee gegen Präsident Manuel Zelaya in Honduras unterstützte. Agence France-Presse/Getty Images

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Kardinal Leonardo Sandri (Argentinien)
Seit 1974 ist der 69-jährige Sandri im diplomatischen Dienst des Vatikan. 2007 wurde er zum Kardinal ernannt und leitet seitdem den Dialog mit den Ostkirchen. 2005 wurde er als Stableiter von Johannes Paul II zum Sprachrohr des sterbenden Papstes und verkündete am 2. April öffentlich seinen Tod. Am Sonntag darauf leitete er das Sonntagsgebet auf dem Petersplatz. Agence France-Presse/Getty Images

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Kardinal Angelo Scola (Italien)
Der 71-jährige Scola, Patriarch von Venedig, gilt als offener Konservativer. Er hat gefordert, die katholische Lehre auch auf Felder wie die Wirtschaft oder die Bioethik auszudehnen. Zudem hat er wiederholt die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit der muslimischen Welt betont. Reuters

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Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson (Ghana)
Der 64-jährige Turkson war früher Erzbischof von Cape Coast in Ghana. Er hat einige der umstrittensten Positionen der Kirche in Frage gestellt, etwa den Widerstand gegen Kondome. Auf sein Bestreben hin hat der Vatikan die Benutzung von Kondomen zur HIV-Prävention toleriert. Er könnte der erste afrikanische Papst seit Gelasius I im 5. Jahrhundert werden. Er wäre ein wichtiges Signal für die stärkste Wachstumsregion der Kirche. dapd

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Kardinal Angelo Bagnasco (Italien)
Der 70-Jährige ist Erzbischof der italienischen Hafenstadt Genua. Seit 2007 führt er die italienische Bischofskonferenz an. Bagnasco gilt als Konservativer, der sich besonderes heftig gegen die Abtreibung ausgesprochen hat. Auch die Gleichstellung homosexueller Paare bekämpft er. Wegen Todesdrohungen stand er eine Zeitlang unter Polizeischutz. Reuters

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Kardinal Peter Erdo (Ungarn)
Erdo wuchs im kommunistischen Ungarn auf, wo die freie Religionsausübung unterdrückt wurde. Nach Johannes Paul II wäre er der zweite Papst aus einem früheren sozialistischen Land. Als Primat von Ungarn kennt der 60-Jährige sich besonders mit der Unterdrückung der Roma-Minderheit in seiner Heimat aus. Der Experte für Kirchenrecht steht zudem dem Rat der Europäischen Bischofskonferenzen vor. Reuters

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Kardinal Sean Patrick O'Malley (USA)
Seit 2003 ist der 68-Jährige Erzbischof von Boston. Zuvor war er Bischof in Florida, wo er sich um die Integration der spanischsprachigen Gemeinde bemüht hat. Besonders für seinen Umgang mit den Missbrauchsskandalen durch katholische Priester und seine Begegnung mit den Opfern hat O'Malley viel Lob erhalten. Associated Press

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Kardinal John Olorunfemi Onaiyekan (Nigeria)
Der Erzbischof von Abuja ist bereits der vierte Kardinal aus Nigeria. Der 69-Jährige vertritt vor allem konservative Positionen. Er hat unter anderem die Homo-Ehe öffentlich verurteilt. Gleichzeitig setzt er sich für mehr Verständigung zwischen Christen und Muslimen ein. Nach Anschlägen auf Kirchen in seiner Heimat rief er die Gläubigen dazu auf, auf Racheakte zu verzichten.
  Reuters

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Kardinal Odilo Scherer (Brasilien)
Der deutschstämmige Scherer hat wie Benedikt große Teile seiner Kirchenkarriere als Professor verbracht. Der 63-Jährige gilt politisch als gemäßigt, ist aber ein Gegner der Abtreibung. 2010 kritisierte er den mangelnden Missionswillen der Kirche – in Brasilien sinkt die Zahl der Katholiken.
  Reuters

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Kardinal Christoph Schönborn (Österreich)
Der 68-jährige Schönborn gehört zum Schülerkreis von Papst Benedikt und gilt als reformwilliger Krisenmanager. Schönborn wurde 1995 Erzbischof von Wien, nachdem sein Vorgänger im Missbrauchsskandal zurücktreten musste. Der Kardinal ist auf Facebook aktiv und betreibt einen Youtube-Kanal mit dem Titel „Frag den Kardinal".
  Associated Press

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Kardinal Luis Antonio Tagle (Philippinen)
Mit 55 Jahren ist der Erzbischof von Manila eines der jüngsten Mitglieder des Konklave. Er gilt als begnadeter Kommunikator: Auf den Philippinen muss die katholische Kirche mit vielen evangelikalen Bewegungen konkurrieren. Tagle tritt regelmäßig im Fernsehen auf. Gemeindemitglieder besucht er auf einem klapprigen Fahrrad. Reuters

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