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GoPro entwickelt eigene Drohnen

Multirotor-Helikopter mit hochauflösenden Kameras sollen Ende 2015 in den Handel kommen

Eine ferngesteuerte Drohne vom Typ DJI Phantom mit einer montierten GoPro-Kamera. ENLARGE
Eine ferngesteuerte Drohne vom Typ DJI Phantom mit einer montierten GoPro-Kamera. Associated Press

Der Kamerahersteller GoPro GPRO -1.87 % entwickelt seine eigene Linie an Drohnen für Endverbraucher und erweitert damit sein Kerngeschäft mit tragbaren Videokameras, die etwa bei Surfern und anderen Sportbegeisterten sehr beliebt sind. Das sagten mit den Plänen vertraute Personen.

Das Unternehmen wolle Ende kommenden Jahres mit dem Verkauf von Multirotor-Helikoptern beginnen, die mit hochauflösenden Kameras ausgestattet sind. GoPro peile einen Verkaufspreis zwischen 500 und 1.000 US-Dollar an, sagten die Personen weiter.

An dem Eintritt einer großen Verbrauchelektronikmarke auf den Markt für Drohnen zeigt sich, wie beliebt die Geräte in nur wenigen Jahren geworden ist – und wie lukrativ das Geschäft mit ihnen ist. Die Verbraucher griffen in den vergangenen Jahren in Scharen zu den unbemannten Fluggeräten, die durch die Fortschritte in der Technik kleiner und günstiger wurden und leichter zu fliegen sind. Und die Behörden haben Mühe, mit der Entwicklung Schritt zu halten.

Drohnen für Endverbraucher sind üblicherweise leichte Hubschrauber mit Kameras, die mit einem Tablet oder Smartphone gesteuert werden können. In den USA ist die Nutzung zu Hobbyzwecken zugelassen. In diesem Jahr dürften sich die Geräte in der Weihnachtssaison als Kassenschlager erweisen. Es gibt sogar schon eine eigene Version des Selfies – nämlich „Dronies“.

GoPro will mit dem Schritt in Drohnengeschäft einen Gegenpol zum härter werdenden Geschäft mit Camcordern aufbauen. Hier machen dem Marktführer in diesem Segment Wettbewerber wie Sony SNE -0.42 % das Leben schwer.

Die zehn Jahre alte Firma wagte sich im Juni auf das Börsenparkett. Sie hat in großem Stil in Forschung und Entwicklung investiert, um ihre Vormachtstellung im Kamerageschäft abzusichern. In den ersten neun Monaten verkaufte sie nahezu 2,8 Millionen Geräte, 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Markt für Drohnen ist für die in Kalifornien beheimatete GoPro kein Neuland, liefert die Firma doch viele der Kameras, die an die Geräte montiert werden. Doch dieses Geschäft könnte nachlassen. Denn der weltweit größte Hersteller von Drohnen für die zivile Nutzung, die chinesische SZ DJI Technology, verkauft seit kurzem Geräte, die mit einer im Unternehmen hergestellten Kamera ausgestattet sind. Und auch andere Drohnenhersteller könnten GoPro den Rücken zukehren, sollten sie künftig mit ihr um Drohnenkunden konkurrieren müssen.

Immer mehr günstige Drohnen kommen auf den Markt

„Ich wäre glücklich, wenn GoPro weiter gute Kameras produziert und wir weiterhin gute Drohnen“, sagte Colin Guinn, Senior Vice President bei der kalifornischen 3D Robotics. Sie stattet ihre Drohnen mit GoPro-Kameras aus.

In einer E-Mail schreibt ein Sprecher von GoPro, die Nutzer würden bereits jetzt „umwerfende GoPro-Bilder mit Quadcoptern“ aufnehmen. Um die politische Diskussion zu verstehen und die Rechte der Kunden zu schützen, habe man sich im Laufe des Jahres einem Interessenverband der Drohnenbauer angeschlossen.

GoPro verkauft seine Kameras – zu Preisen zwischen 200 und 500 Dollar – über seine Internetseite und über große Einzelhändler. In den ersten neun Monaten 2014 stieg der Umsatz auf 763 Millionen Dollar, von 624 Millionen im Jahr zuvor. Seit dem Börsengang an der Nasdaq im Juni ist der Kurs um 138 Prozent in die Höhe geschnellt.

Die Einführung von Drohnen für Endverbraucher wurde vom französischen Elektronikhersteller Parrot mitgetragen, er brachte 2010 Geräte für 300 Dollar auf den Markt. Im dritten Quartal verkaufte die Gesellschaft nach eigenen Angaben Geräte für 24,2 Millionen Dollar, 38 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die chinesische DJI brachte Anfang 2013 ihre 1.000 Dollar teure Phantom-Drohne auf den Markt. Im vergangenen Jahr erlöste sie damit 130 Millionen Dollar. Im diesem Jahr dürften sich die Einnahmen mindestens verdreifachen.

Unternehmen setzen unbemannte Flugkörper unter anderem auch in der Filmindustrie, im Bauwesen und im Bergbau ein, obwohl der zivile Einsatz per US-Gesetz verboten ist. Die zuständige Aufsichtsbehörde dürfte im Dezember Regelns für den Einsatz kommerzieller Drohnen vorstellen.

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