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Musikdienst Soundcloud angelt sich Warner Music als Lizenzpartner

Anthony Kiedis, Frontmann der Red Hot Chili Peppers, bei einem Konzert im Februar: Warner Music, die Plattenfirma, die Künstler wie die Chili Peppers unter Vertrag hat, hat mit der deutschen Musikseite Soundcloud eine Lizenzvereinbarung geschlossen. ENLARGE
Anthony Kiedis, Frontmann der Red Hot Chili Peppers, bei einem Konzert im Februar: Warner Music, die Plattenfirma, die Künstler wie die Chili Peppers unter Vertrag hat, hat mit der deutschen Musikseite Soundcloud eine Lizenzvereinbarung geschlossen. Getty Images

Warner Music Group hat eine Lizenzvereinbarung mit der deutschen Musiktauschbörse Soundcloud geschlossen. Damit ist Warner die erste bedeutende Plattenfirma, die mit Soundcloud Geld verdienen wird.

Jedesmal, wenn Nutzer ein lizenziertes Lied von der kostenlosen und werbefinanzierten Seite abrufen, werde Soundcloud nun eine Gebühr an Warner zahlen, berichtet eine mit der Sache vertraute Person. Auch für Lieder, die über ein geplantes Musik-Abonnement gespielt werden, sollen dann Gebühren fällig sein, sagt diese Person.

Nach Angaben des Soundcloud-Chefs Alexander Ljung soll der neue Abo-Dienst in der ersten Hälfte des nächsten Jahres starten. Warner hatte seine Unterschrift unter dem Lizenzdeal von der Einführung eines zahlungspflichtigen Musikabo-Angebots abhängig gemacht. Das Abo wird Kunden vermutlich verschiedene Musik-Zugänge zu verschiedenen Tarifen bieten. Eine Gratisversion soll es auch weiterhin geben, sagt Ljung.

Derzeit verlangt Soundcloud keine Gebühr von den rund 175 Millionen Hörern, die pro Monat die Seite aufsuchen. Der Internetradiobetreiber Pandora Media P 1.60 % kommt pro Monat gerade einmal auf rund 80 Millionen aktive Nutzer. Spotify AB zählt 40 Millionen monatliche Nutzer, von denen rund 10 Millionen je 10 Dollar im Monat für ein Musik-Abonnement zahlen.

Musiker und DJs, die Stücke in größerem Umfang auf die Seite stellen, zahlen ebenfalls eine monatliche Gebühr an Soundcloud. Aktuell verdienen aber weder die Plattenfirmen oder Musikverlage noch die Künstler oder Songschreiber Geld mit der Seite. Wer Urheberrechte an seiner Musik hält, kann verlangen, dass seine Inhalte von der Seite genommen werden, wenn jemand diese ohne Erlaubnis dort veröffentlicht hat.

Plattenfirmen haben aber bisher toleriert, dass ein Großteil ihrer Inhalte auf der Seite bleiben. Sie hoffen, dass sie über Soundcloud Lieder bekannter machen und Nutzer dazu bewegen können, die Stücke auf anderen bezahlpflichtigen Diensten zu hören oder zu kaufen. Meist lassen Plattenfirmen nur dann Lieder von Soundcloud entfernen, wenn diese vorzeitig veröffentlicht wurden oder wenn der Künstler selbst auf die Löschung pocht.

Wer Soundcloud nutzt, sucht die Untergrund-Musiker

Soundcloud hat im Sommer Werbung auf seiner Seite eingeführt, um Einnahmen zu generieren, die mögliche Lizenzverträge nach sich ziehen könnten. Das Unternehmen teilt sich seine Umsätze bereits mit etwa 40 Partnern – von unabhängigen Plattenfirmen bis hin zu einzelnen Künstlern. Aber Warner Music ist die erste große Plattenfirma, die eine Lizenzvereinbarung unterschrieben hat. Warner Music ist die kleinste der drei großen globalen Musikkonzerne.

Im Rahmen des Vertrags ist Warner nicht verpflichtet, seinen gesamten Musikkatalog an Soundcloud gegen Lizenzgebühren zur Verfügung zu stellen. Wer Soundcloud nutzt, will meist ohnehin nur aufstrebende und eher unbekannte Künstler oder einen Remix beliebter Klänge hören. Deshalb legt der Dienst momentan auch gar keinen Wert darauf, eine Musikbibliothek mit 25 Millionen Titeln zu unterhalten, wie es die Streamingdienste Spotify oder Beats Music von Apple AAPL -0.06 % tun.

Warner, zu dessen Portfolio Künstler wie die Red Hot Chili Peppers, Bruno Mars und Led Zeppelin gehören, wird auch dann Lizenzgbühren bekommen, wenn lizenzierte Lieder nur in Teilen zusammengemischt werden. Warner gehört dem Unternehmen Access Industries des Milliardärs Len Blavatnik.

Mit der Vereinbarung übernimmt Warner laut Insidern auch einen Aktienanteil an Soundcloud. Dieser dürfte zwischen 3 Prozent und 5 Prozent liegen.

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