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Smartphone-Riese Samsung Electronics erwartet Gewinnsturz

Das Vorzeige-Smartphone Galaxy S5 verkauft sich schlechter als erwartet. Jetzt rechnet der Konzern für das dritte Quartal mit einem nicht einmal halb so großen Gewinn wie im Vorjahr. ENLARGE
Das Vorzeige-Smartphone Galaxy S5 verkauft sich schlechter als erwartet. Jetzt rechnet der Konzern für das dritte Quartal mit einem nicht einmal halb so großen Gewinn wie im Vorjahr. Associated Press

SEOUL— Samsung Electronics SSNHZ 0.00 % rechnet wegen der anhaltenden Flaute im Smartphone-Geschäft damit, dass sich der operative Gewinn im dritten Quartal mehr als halbieren wird. Nun muss sich der südkoreanische Konzern verstärkt auf das Chipgeschäft als Umsatzbringer verlassen.

Die heftige Konkurrenz chinesischer Smartphonehersteller drückt bereits seit einiger Zeit auf die Gewinne in Samsungs wichtiger Mobilsparte – mehr als 60 Prozent des Konzerngewinns speisen sich aus dem Verkauf von Mobiltelefonen – und treibt Anleger in die Flucht. Aus Sorge über die Zukunftsaussichten für das Unternehmen verkaufen viele ihre Aktien. Der Börsenkurs von Samsung ist seit Jahresanfang um rund 15 Prozent eingebrochen.

Wie Samsung, der nach Absatz weltgrößte Smartphonehersteller, am Dienstag mitteilte, dürfte der operative Gewinn im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr zwischen 57,8 Prozent und 61,8 Prozent gefallen sein. Er wird nach Schätzungen des Konzerns wohl nur noch zwischen 3,9 Billionen Won (rund 2,9 Milliarden Euro) und 4,3 Billionen Won (rund 3,2 Milliarden Euro) betragen. Im vergangenen Jahr meldete Samsung noch einen operativen Gewinn von 10,2 Billionen Won. Laut einer Umfrage unter sieben Analysten dürfte Samsungs operativer Gewinn bei 4,3 Billionen Won liegen.

Die Erwartungen an das Quartal sind bereits niedrig, weil sich Samsungs wichtigstes Smartphone Galaxy S5 schwächer verkauft als erhofft und weil der Konzern sein neues Smartphone-Tablet-Mischlingsgerät Galaxy Note 4 erst seit September vertreibt.

In einer Stellungnahme erklärte Samsung zwar, dass das Unternehmen im dritten Quartal mehr Smartphones in die Läden geliefert habe, aber dass heftige Marketingkosten und sinkende durchschnittliche Verkaufspreise die operativen Margen schmälerten. Konkrete Zahlen nannte der Konzern nicht.

Samsung schlug zudem einen vorsichtigen Ton für das vierte Quartal an und sagte, die Aussichten blieben ungewiss.

Der Patriarch ist krank, ein neuer Visionär fehlt

Laut Personen, die mit sich mit der Lage auskennen, tut sich der Konzern schwer damit, eine breite Wachstumsstrategie aufzustellen. Beobachter erwarten, dass sich Samsung gegen Ende des Jahres grundsätzlich neu ausrichten wird.

Samsung-Konzernpatriarch Lee Kun-hee ist nach einem Herzinfarkt im Mai noch immer gesundheitlich angeschlagen. Sein Zustand verbessert sich zwar nach Konzernangaben. Aber Kritiker sagen, dass es im Unternehmen zurzeit keinen großen Visionär gebe, der den Konzern in neue Wachstumsfelder lenken könnte – speziell jetzt, wo die Zeiten härter geworden sind.

Einige Tochterfirmen der Konzerngruppe Samsung haben aber eine Reihe von Finanztransaktionen unternommen, um verschiedene Geschäftssparten besser aufeinander abzustimmen und die Übertragung des Konglomerats an den mutmaßlichen Erben und einzigen Sohn Lees, Jay Y. Lee, zu erleichtern.

Samsungs Vorsprung im Geschäft mit Speicherchips und das knappe Angebot in dieser Branche dürften die Verluste aus den schwächeren Mobiltelefon-Verkäufen in diesem Jahr abfedern. Analysten schätzen bereits, dass die Gewinne aus dem Chipgeschäft gegen Ende des Jahres die Gewinne aus dem Verkauf von Mobiltelefonen übersteigen könnten.

Zuletzt übertrafen Samsungs Gewinne aus dem Chipgeschäft im zweiten Quartal 2011 die Gewinne aus der mobilen Sparte.

Neue Fabrik soll die künftige Chipnachfrage decken

Um weiter die Oberhand zu behalten, gab Samsung am Montag Pläne zum Bau einer neuen Fabrik bekannt, um die künftige Chipnachfrage für verschiedene Elektrogeräte von Smartphones über Tabletcomputer bis zu Robotern zu decken. Das neue Werk wird Samsung über die nächsten drei Jahre rund 14,7 Milliarden US-Dollar kosten.

„Samsung macht gute Speicherchips“, sagt Doh Hyun-woo, ein Analyst bei der Vermögensverwaltung Mirae Asset Securities in Seoul. Der Branchenbeobachter sagt aber, dass der Konzern den Hebel umlegen und sich beim Wachstum künftig stärker auf Chips und weniger auf Smartphones verlassen müsse.

Doh schätzt, dass Samsungs jährliche Gewinne im Chipgeschäft zwischen 2014 und 2015 um 34 Prozent von 8,6 Billionen auf 11,5 Billionen Won steigen werden. Der operative Gewinn im Mobilgeschäft dürfte laut dem Analysten dagegen im selben Zeitraum von 14,8 Billionen auf 9,7 Billionen Won sinken.

Samsung hat in seiner jüngsten Gewinnprognose seine einzelnen Sparten nicht genauer aufgeschlüsselt. Die endgültigen Geschäftszahlen werden Ende Oktober veröffentlicht.

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