Freitag, 19. Juli 2013, 05:21 Uhr

Detroit: vom Boom zum Bankrott

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Leerstehendes Haus in der einst belebten Gegend Brush Park vor den Wolkenkratzern der Innenstadt von Detroit. Auch die Konzernzentrale von Autobauer General Motors ist im Hintergrund zu sehen. Immer mehr Einwohner ziehen aus der Stadt weg, staatliche Hilfen schrumpfen zusammen und der Immobilienboom ist verpufft. Am Donnerstag hat Detroit Insolvenz angemeldet. Rebecca Cook/Reuters

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Jahrzehntelang war Detroit das Zentrum der amerikanischen Automobilindustrie und der Musikszene. Als am 15. April 1931 beim Autobauer Ford das 200.000 Fahrzeug vom Band läuft, lässt sich Firmengründer Henry Ford stolz fotografieren. Associated Press

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In den 1930er-Jahren strömten Hunderte von Arbeitern in die Ford-Fabriken in und um Detroit. Fox Photos/Getty Images

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Als während der Prohibition in den USA landesweit der Alkoholverkauf verboten wurde, tauchten überall Schwarzbrennereien auf. 1931 entdeckten staatliche Fahnder diese illegale Brennerei – die größte, die je in Detroit enttarnt wurde. Associated Press

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In den 1930er-Jahren war die Arbeiterklasse in Detroit zu einer ernstzunehmenden gesellschaftlichen Kraft angeschwollen. Im Februar 1938 etwa versammelten sich zwischen 80.000 und 100.000 arbeitslose Mitglieder der Automobilgewerkschaft United Auto Workers auf dem Cadillac-Platz der Stadt, um gegen ihre Arbeitslosigkeit zu protestieren. Sie forderten Hilfsmaßnahmen. Associated Press

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Aus Detroit kamen damals Gewinner. Hier besiegt der Schwergewichtsboxer Joe Louis aus Detroit seinen Rivalen Johnny Paychek aus Des Moines bei einem Boxkampf am 29. März 1940 in New York. Anthony Camerano/Associated Press

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Im Zweiten Weltkrieg traten erstmals auch Frauen an die Fließbänder. Hier üben sie in einem Werk von Chrysler, Rumpfteile für Desoto-Kriegsbomber herzustellen. Associated Press

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Während der Großen Depression nahmen die Rassenkonflikte in Detroit zu. Im Juni 1943 mussten US-Soldaten Ausschreitungen am Rande der Innenstadt beschwichtigen. Auf diesem Foto greift ein Passant einen dunkelhäutigen Pförtner an, der von der Polizei von den Krawallen abgeführt wird. Associated Press

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Straßenszene aus dem Jahr 1955: Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der wirtschaftliche Aufschwung zurück, und auch Detroit blühte wieder auf. Three Lions/Getty Images

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Jimmy Hoffa leitete später die Teamsters, eine Autogewerkschaft. Auf diesem Bild aus dem Jahr 1957 winkt er auf einem Kongress in Miami Beach in die Menge. Associated Press

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Schon im Oktober 1960 gab es in Detroit eine Nationale Autoshow, die Fahrzeug-Enthusiasten und Käufer gleichermaßen anzog. Associated Press

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Berühmte Redner machten gern in Detroit Station. Im Juni 1963 sprach der amerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King im überfüllten Stadion der Stadt. Anschließend nahmen geschätzte 100.000 Menschen an einem Marsch für die Freiheit teil. Associated Press

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1967, als dieses Foto aufgenommen wurde, gab es in Detroit eine Vielzahl boomender Plattenfirmen, was der Stadt den Spitznamen „Motown" einbrachte. Der inoffizielle Hauptsitz der Motown-Studios hieß Hitsville U.S.A. Michael Ochs Archives/Getty Images

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Im Juli 1967 gab es in Detroit Ausschreitungen und Brände. Hier schirmt ein Wachmann die Feuerwehr bei Löscharbeiten ab. Associated Press

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Im Mai 1968 machte US-Senator Robert F. Kenndy in Detroit Halt, um für seine Präsidentschaftskandidatur zu werben. Andrew Sacks/Getty Images

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Zwischen den 30er- und 60er-Jahren war das Großkaufhaus Hudson's im Zentrum von Detroit ein luxuriöser Einkaufsmagnet. Damals hatte das Kaufhaus 12.000 Beschäftigte und 100.000 Kunden pro Tag, eine eigene Krankenstation, einen Vortragssaal und einen Squash-Platz. Associated Press

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Als Held der Stadt feierte Detroit den American-Football-Spieler Barry Saners, der hier bei einem Spiel der Detroit Lions gegen die Green Bay Packers im Jahr 1994 einen Gegner abschüttelt. Roberto Borea/Associated Press

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Ein gewaltiger Schneesturm brachte im Jahr 1999 das öffentliche Leben in vielen Städten der USA zum Stillstand. Detroit traf das Schneewetter besonders hart. Die Stadt litt damals schon seit Jahren unter einer Wirtschaftskrise. Jeff Kowalsky/AFP/Getty Images

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Im Juli 2008 rückten die Abrissbagger im ikonischen Tiger Stadion an, das seit 1912 Spielwiese für das Baseballteam Detroit Tigers war. Paul Sancya/Associated Press

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Viele Gebäude in Detroit stehen seit Jahren leer. Im November 2010 ließ die Stadt diesen historischen, schlossartigen Wohnblock Luben im Viertel Brush Park abreißen. Steve Neavling/Detroit Free Press/Associated Press